Gabriel Steinbach

Dezember 17, 2007

Fragment 000160A

Gespeichert unter: arc.log.file — Schlagworte: , , , , , , , , , , , , — gabrielstagebuch @ 8:22 Uhr nachmittags

[VOID YOU=*NILL]

[VOID YOU=*NILL]

Ich stehe gelangweilt, inmitten von Nerds, Geeks, Hackern
und allmöِglichen ansammlungen von Computer fachbezogenen
Publikum. Ich werde von meiner Lebensabschnittsgefährtin,
meiner Mentorin und ihren Ex begleitet. Durch eine
Trojanische Einladung hatten wir es geschafft uns Zutritt
zu verschaffen, ganz im Geiste der Veranstaltung. Die Luft
ist angenehm Klimatisiert und wir schlendern durch die
einzelnen Räume. Schauen an diesen und jenem Stand vorbei
oder höِren kurz bei einer Disskussionsrunde zu, die
Ethische Fragen zum Thema Mensch/Maschine abhalten. Da mein
Wissen unglaublich begrenzt ist, bleibt mir nichts anderes
übrig als zuzuhöِren und zu lernen. Nach einigen Minuten
sondern sich die anderen ab da sie gerade verschiedene
Mini Wettbewerbe entdeckt haben die am Ende der Haupthalle
angeboten werden. Ich rufe noch eine Zeitliche Absprache
hinterher an dem wir uns wieder treffen wollen bevor sie
in der Menge der sich drengenden Menschen verschwinden.
Ratlos und nicht minder überfordert, was ich als nächstes
tun köِnnte, irre ich weiter an Vortragsräumen und
Technischen Schِönheiten vorbei bis ich wieder in die
große Halle ankomme wo das gedränge nicht ganz so groß ist.
Ich lehne mich neben einen Getränkeautomaten, ziehe mir
eine Cola und betrachte die Umgebeung. Ein Organisiertes
Wuseln wie in einem Bienenstock, anscheinend kennt jeder
weg und Ziel. Meine Hand gleitet zur Hosentasche und zieht
eine Schachtel Gauloises Blau plus das dazu gehöِrige
Feuerzeug heraus. Langsam zündet die Flamme die Zigarette an.
Ich schließe meine Augen und meine Lungen füllen sich mit
dem wunderbaren Dunst der Sucht, bis sich mein Köِrper entspannt.

“Eh, Ey?”

Meine Augen ِöffnen sich und ich erblicke ein recht
kleines Persöِnchen das verstohlen mit scharrenden
Füßen vor mir steht.
Ich entgegne ihm im bewusst genervten Tonfall ein
langgezogenes:

“Waaaaaaaaaas?”

“Eh? Hier ist Rauchen Verboten!”

Sprudelt es auf Kommando aus ihm heraus und er zeigt
mit seinen Fingern neben meinem Kopf auf die dahinter
liegende Wand. Ich drehe Köِrperteile, Fixiere, Erkenne
und Verarbeite die mir vorliegenden informationen.

“Hmmmmmm.”

“Eh? Das ist ein Rauchen Verboten Schild!”

“Und?”

Fragend sucht er meinen Blick.

“Das heißt, hier ist RAUCHEN VERBOTEN!”

Setzt er mit einem gekonnt auswendiglernen nach.
Ich schließe meinen Blick und bete zur heiligen
Prozessorin, das der kleine Bengel, verschwindet,
Implodiert oder sich wenigstens einen anderen
Gesprächspartner suchen möِge.

“Raaaaaaaaauuchen Veeeeeeeeerrboteeeeeen! Weißt
du was das heißt? Hier ist das Rauchen von
Zigaretten verboten, illegal, nicht erwünscht, lästig…”

Ich fauche ihn an.

“Der einzige der hier lästig ist, bist du.”

“Eh?”

“Und wenn wir schon mal gerade dabei sind, gehst du
immer bei grün über die Ampel?”

“Eh?”

“Siehst du, also sind wir uns hierbei schon einig.”

Er wiederspricht:

Du bist ein Arrogantes Arschloch. Du köِnntest wenigstens
die anderen Menschen hier im Raum und mich eingeschlossen
respektieren.”

“Ich respektiere keine Menschen, die mich ein Arschloch nennen.”

“Dann wenigstens die anderen.”

Hilfesuchend schaut er sich im Raum um.

“Die anderen scheint es nicht zu stöِren!”

Sein Kopf schwenkt erröِtet in meine Richtung zurück. Er blickt
auf den Boden und denkt anscheinend sehr angestrengt nach
denn sein Hauptprozessor produziert mehr Rauchwöِlkchen
als mein Kippe.

“Mach die Zigarette aus!”

“Nö!”

“Wiesooooo?”

“Wei du unhöِflich und dumm bist.”

“Eh?”

“Schau. Hättest du vorher Nachgedacht wärst du
vielleicht auf die Idee gekommen das ich dieses
Rauchen Verbots Schild gar nicht gesehen habe.”

“Das soll ich dir glauben?”

“Ja, denn ich habe es wirklich nicht gesehen.”

Ein leichter Laut des erstaunens entfährt es aus seinem
Mund.

“Und wenn du Respekt gegenüber Menschen, insbesondere
älteren Personen wie mich gehabt hättest kِönnte dein
Erstkontakt warscheinlich so geklungen haben…
Entschuldigen Sie bitte, ich weiss nicht ob sie das
Rauchen Verbots Schild gesehen haben aber ich würde Sie
gerne bitten ihre Zigarette aus zu machen.”

Ein runzeln legt sich auf seine Stirn und ich göِnne ihm
eine kleine Pause um dann weiter fortzufahren:

“Das klingt vielleicht Altmodisch, hätte aber deinen Respekt
mir gegenüber auf das äusserste zutage gebracht. Ich hätte
also gar nicht anders reagieren köِnnen als deiner bitte
nach zu kommen ODER ich hätte mir den Zorn der Computergöِtter
ODER mindestens der hiesigen Veranstalter auf mich gezogen.”

“Und wieso, war ich dumm?”

“Du hättest Petzen und die scheiß Diskussion einen
anderen Trottel überlassen köِnnen.”

“Dann hätte ich aber nichts dazu gelernt.”

Mit einem verschmitzten Grinsen sieht er zu mir hoch.

“hmmm…anscheinend bist du doch nicht so unklug wie ich
vermutet hatte.”

“Darf ich sie duzen?”

Diesmal bin ich es der überrascht herein schaut.

“Äh? … Ja!”

“Magst du jetzt bitte die Zigarette ausmachen.”

Ich lächele ihn an und schnippe zweimal mit der linken.

“Würde ich gerne junger Parawahn, aber ich habe sie bereits
vor vier Minuten ausgemacht. Ich wünsche dir noch einen
schِönen Tag.” Und drücke ihm meine River Cola in die Hand. “Hier
kannst´e haben.

Als ich wieder gelangweilt zu meiner Gruppe trotte stand der
“Naseweiß” immer noch am Automaten. Ich glaube fast, er hat
noch längere Zeit auf den dreivirtel großen Kippengammel
gestarrt.

Naseweiß Vs. Alter Sack 1:2

Game Over! Please insert a new coin.

Bis die Tage euer

sieghai

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